Duc's Blog

Eishockey ist in vielerlei Hinsicht eine attraktive Sportart. Nicht nur das Geschehen auf dem Eis, sondern auch das Umfeld, die Berichterstattung der Medien, die Fans, die Stimmung in den Stadien und die Problematik der Sicherheit rund um die Spiele sorgen für jede Menge Gesprächsstoff.

Ich schreibe in meinem Blog vorwiegend über den Schlittschuh Club Bern.

Daneben greife ich gerne auch Themen wie Verbandspolitik und das Schiedsrichter- und Verbandsgerichtswesen auf. Ebenfalls am Herzen liegen mir gesellschaftspolitische Aspekte, welche sich bei der Sicherheitsproblematik in und um die Stadien in zuweilen wenig erfreulicher Art und Weise manifestieren.

Samstag, 25. Februar 2012

Zu brav, zu löchrig, zu wenig auf den Punkt gebracht


Der SCB holte in Lugano nach einem intensiven Spiel mit einem spektakulären Penaltyschiessen als Saanehäubchen zwei Punkte und trifft im Viertelfinale definitiv auf die Kloten Flyers.

Ob dieses 2:3 nach Penalty ein gutes, oder bescheidenes Resultat war, mag jeder für sich selber entscheiden. Jedenfalls war es ein Resultat, welches ganz gut zum SCB Ausgabe 11/12 passt: Weder Fisch noch Vogel.

Man spielte zwar, wie zuletzt schon gegen Genf, durchaus gefällig. Aber letztendlich war man einmal mehr ein Quäntchen zu brav und zuweilen zu löchrig in der Abwehr. Es gab Zeiten, da war es jeweils der SCB, welcher die Spiele in den Schlussminuten noch auszugleichen vermochte. Dieses Jahr sind es mehrheitlich unsere Gegner, welche uns die Punkte in Extremis entreissen.

Leider kann der SCB auch kurz vor den Playoffs nicht mit Führungen umgehen. Bereits in Genf verlor man in den Schlussminuten einen Punkt und auch gestern verfiel man in den letzten 10 Minuten in Passivität und gab erneut einen Punkt ab. Gut möglich, dass man diesen Punktverlusten heute Abend ab 22 Uhr noch nachtrauern wird.

Überhaupt hat man nach der Natipause noch keinen 3 er einfahren können. Dabei wollte man doch die Playoffs simulieren und dabei den 3. Platz angreifen. Faktisch hat man jetzt aber den 4. Platz und damit das wichtige Heimrecht in der ersten Playoffrunde verspielt.

Ich weiss nicht wie es euch geht, aber mir fehlen bei diesem SCB die spielerischen Eigenschaften, welche mich zuversichtlich in die Playoffs blicken lassen würden. Alles ist irgendwie ganz nett, durchaus ansprechend, hätte durchaus Potential. Nur ist man nicht in der Lage, es auf den Punkt zu bringen. Schmalbrüstig, wenig effizient, nicht auf den Punkt gebracht und immer wieder diese defensiven Aussetzer, von denen einer ausreicht, um eine enge Playoffpartie zu verlieren.

Ivo Rüthemann befindet sich immer noch in einem veritablen Karrierenloch, Thomas Déruns ist immer noch smart und hätte durchaus Potential zum Brecher. Nur ist er nicht in der Lage, sein Talent auf den Punkt zu bringen. Überhaupt: Welcher Spieler beim SCB bringt die Würze, den ominösen Schuss Extragenialität, um den Unterschied auszumachen?

Ausser bei Joel Vermin, welcher sich von Spiel zu Spiel immer mehr zu einem veritablen Megakracher entwickelt, fehlt mir die sehnlichst erwartete Steigerung bei unseren Schlüsselspielern. Wenn Ivo Rüthemann im ersten Playoffspiel nicht ein frühes erlösendes Tor gelingt, welches seine unerklärliche Baisse endlich beendet, sehe ich dunkelgrau.

Wenigstens scheint Ryan Garner seine Treffsicherheit wieder gefunden zu haben. Grosses Kino, die drei Penaltytore gestern. Auch Pascal Berger scheint in dieser Hinsicht bereit zu sein.

Sei es wie es wolle. Meine doch sehr gedämpften Erwartungen werden mir hoffentlich helfen, die Dinge die da kommen werden mit der nötigen Distanz zu betrachten. Von einem Tränenmeer oder von einer hockeybedingten Frühjahrsdepression sollte ich also gefeilt sein.

Heute gegen Ambri sind drei Punkte absolute Pflicht. Die Flyers werden im Heimspiel gegen die Fribourger, welche bei einem Ausrutscher der angeschlagenen Davoser in Biel noch auf den zweiten Rang vorstossen könnten, den 4. Platz zu verteidigen versuchen. Wahrscheinlich wird ihnen das gelingen. Im Gegensatz zum SCB scheinen die Klotener ihre Playoffform nämlich gefunden zu haben.

Vielleicht hilft uns der Hockeygott. Ansonsten werden wir die Playoffs vom 5. Rang aus in Angriff nehmen müssen. Das wäre, zumindest für mich, eine herbe Enttäuschung. Eine Halbfinalqualifikation wäre unter diesen Umständen sehr schwierig und dürfte wohl als Überraschung gelten.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Los jetzt!

Mit der Niederlage gegen Genève-Servette am letzten Samstag hat man die Möglichkeit aus der Hand gegeben, sich aus eigener Kraft den Heimvorteil im Viertelfinale zu sichern. Man ist jetzt auf einen Ausrutscher der Flyers angewiesen und darf sich selber keine Blösse mehr geben.

Die Situation von Genève-Servette Hockey Club entspricht in etwa der des EVZ in der Saison 08/09. Die Zuger prügelten damals, nachdem sie sich gegen die SCL Tigers in Extremis für die Playoffs qualifiziert hatten, den Qualisieger und Titelfavoriten SCB ins Tränenmeer und aus dem Titelrennen.

Ähnliches ist den Genfern, sollten sie am Freitag gegen die Flyers gewinnen, in dieser Saison auch zuzumuten. Ich hoffe es und würde es ihnen von Herzen gönnen. Man kann von Chris McSorley halten was man will. Aber ohne solche Typen wäre unsere Liga ärmer und was er in Genf nach jahrelangem Dümpeln in den Niederungen geschafft hat, verdient Respekt.

Die pubertären Grännicheibe aus Biel hingegen würde ich in den Playoffs nicht vermissen. Der Mannschaft wäre es zwar zu gönnen, sollten sie es wider Erwarten doch noch schaffen. Da sich die Arrivierten, abgesehen von den hüstelnden Lions, keine Blösse gaben, wäre die Sensation fast noch höher einzustufen, als der Greenday der SCL Tigers vor einem Jahr. Sollte sich Biel nicht qualifizieren, was ich den grenzdebilen Hysterikern aus vollstem Herzen i Arsch ine gönnen würde, wäre die Schuld selbstverständlich bei der Ligamafia, oder neudeutsch ausgedrückt, beim Spielplan und bei den Schiedsrichtern zu suchen.

Genf gewinnt gegen Kloten und der SCB gegen Larrys Lugano, lautet  also der neue SCB-Hoffnungsplan. Darüber zu spekulieren, ob man, wäre das Berner Publikum im Herbst etwas geduldiger gewesen, jetzt um den Qualisieg mitspielen würde, mag pure Spekulation sein. Aber ohne die eingezogene Niederlagenserie wäre man zweifellos im Qualisiegerrennen mit dabei.

Sei es wie es wolle. Der FC Basel hat mit einem 36 jährigen Assistenten, der selber nie professionell Fussball gespielt hatte,  Manchester United aus der CL geworfen und Bayern München geschlagen. Auch der erneute Meistertitel dürfte nur noch Formsache sein. Gewiss, die Umstände des Trainerwechsels in Basel lassen sich nicht mit der Situation beim SCB vergleichen, aber trotzdem...

Bei der ersten Playoffhauptprobe am letzten Samstag konnte man die verbissen und leidenschaftlich um die Playoffs kämpfenden Genfer nicht schlagen. Man spielte zwar ansprechend, blieb aber im heiteren Qualimodus und liess die nötige letzte Konsequenz vermissen. Am Freitag gegen Lugano aber, wird man selber in der Situation sein, mit dem Messer zwischen den Zähnen gewinnen zu müssen. Verliert man dieses Spiel, wird auch der Heimvorteil im Viertelfinale verloren sein.

Eigentlich hätte man ja nach der Natipause den 3. Qualirang angreifen wollen. Stattdessen droht jetzt der Verlust des gemäss Saisonziel anvisierten 4. Platzes. Verpasst man diesen, wird man selbst in schönfärberischster Rosawolkenabsicht nicht darum herumkommen, die Qualifikation als ungenügend zu bewerten. Und das Erreichen des Halbfinals, gleichbedeutend mit dem 2. Saisonziel, würde sehr schwierig.

Schauen wir, was uns die Wochenendspiele bringen werden. Spätestens am Samstag gegen 2200 Uhr hat das Spekulieren ein Ende und man darf sich hinter das Analysieren der Qualifikation und hinter die Vorschau auf die Playoffs machen.

Los jetzt! Ich habe nämlich überhaupt keine Lust auf ein Saisonende... in 2 Wochen!

Was ich noch sagen wollte: Klaus Zaugg ist ein Hohlkopf! Nichts gegen die Informationspflicht der Medien und die Wichtigkeit von Aufdeckung von Missständen. Es gibt aber auch Dinge, über die es nicht nötig wäre, zu schreiben. Dinge, welche auch ohne „Hilfe“ der Medien mit der nötigen Behutsamkeit konsequent angegangen werden und deren Breittreten daher unnötig ist.

Unnötig, weil man dadurch jenen schadet, die eigentlich geschützt werden müssten.

Sonntag, 19. Februar 2012

Von dürfen und müssen


Der SCB verlor sein Heimspiel gegen die entfesselnd um die Playoffs kämpfenden Genfer mit 2:3. Eine Niederlage, die für den SCB unangenehme Folgen haben könnte.

«Man sieht wer darf und wer muss», twitterte ich in nach einem äusserst unterhaltsamen 1. Drittel. Der SCB legte zwar los wie die Feuerwehr und der einmal mehr überragende Joel Vermin erzielte bereits in der 2. Spielminute den Führungstreffer. Trotzdem wurde ich aber das Gefühl nie los, dass die Genfer das Spiel mit dem ominösen Quäntchen mehr Siegeswillen, ja mit dem Messer zwischen den Zähnen angingen.

Der SCB spielte zwar durchaus gefällig, engagiert und willig. Aber wenn Spieler wie Jean-Pierre Dumont in bester Abschlussposition den Pass zu einem kaum besser postierten Mitspieler einem direkten Schuss vorziehen, spricht das zwar für eine gute Stimmung im Team, aber gegen den uneingeschränkten Willen, den Gegner mit allen Mitteln zu zerstören. Man kann dann über Chancenplus, bessere Schussstatistik und fehlendes Glück sinnieren. Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass sich Glück mit fanatischem Willen erzwingen lässt.

Der SCB ist aber vom fanatischen Willen und damit auch von der Playoffform in etwa so weit entfernt, wie Marc Lüthi von einer bereichernden Männerfreundschaft mit dem IIHF- Präsidenten René Fasel. Mit fanatischem Willen hätte man dieses Spiel mit Hauptprobencharakter jedenfalls nicht verloren.

Die spielerische Krise vom Dezember und Januar ist zwar überstanden. Psychologisch bewegt sich das Team aber im heiteren Qualifikationsmodus. Man ist etwa dort, wo ich es mir für den Dezember gewünscht hätte. Mitte Februar aber, ist man damit auf bestem Weg, den Heimvorteil im Viertelfinale noch zu vergeigen. Kloten hat heute mit einem weiteren Sieg gegen das Schlusslicht der Tabelle die Möglichkeit, am SCB vorbeizuziehen. Ich habe keine Zweifel, dass ihnen das gelingen wird. Trotz schwierigem Restprogramm mit Spielen gegen Genf (a) und Fribourg (h) sind dann alle Vorteile in den Händen der Flyers.

Der SCB wird die verbleibenden Spiele gegen Lugano (a) und Ambri (h) jetzt gewinnen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher der Klotener hoffen MÜSSEN. Vorbei mit dürfen...

Normalerweise würde ich mich grün und blau ärgern, ab Niederlagen wie gestern in wichtigen Spielen. Aber irgendwie passt es ganz gut zu dieser Saison, dass man auch dieses Mal nicht in der Lage zu sein scheint, Schwächen der Gegner, dieses Mal die der taumelnden Kloten Flyers, auszunutzen. Ausserdem ist es jetzt zu spät, respektive zu früh, für grosse Analysen.

Es wäre mehr möglich gewesen, würde ich zum bisherigen Saisonverlauf aktuell sagen. Aber gleichzeitig muss man auch sagen, dass immer noch alles möglich ist.

Zwei Zeilen über Dinge, die Stoff bieten würden, für ellenlange Ausführungen. Aber ein Blogger mit Fanbrille im Vorplayoffmodus lebt halt zuweilen auch etwas zwischen Traum und Wirklichkeit. Das Herz sagt mir, dass die Ausgangslage geradezu prädestiniert ist, um in den Playoffs durchzustarten. Aber sofort meldet sich der Verstand der sagt, dass mit diesem undefinierbaren Schmalbrusthockey trotz spielerischem Potential für den Final in spätestens einem Monat Saisonschluss sein wird.

Ihr seht, ich bin zurzeit nicht bereit, mich irgendwie festzulegen. Meine Vorsaisonprognose war der 4. Platz nach der Qualifikation. Mit einem Trainerwechsel habe ich nicht gerechnet, wobei sich meine Prognose natürlich auf das Sportliche beschränkte. Dass die Leute wegen Larry Huras kein Bier mehr saufen würden, konnte ich nicht erahnen.

Das wird irgendwie nichts mit diesem Blog. Vielleicht fehlt mir einfach der nötige Biss, weil ich mit Blick auf die aktuelle Tabelle nicht wirklich unzufrieden sein kann. Schon gestern am Spiel war der Totomat fast so wichtig, wie die Resultattafel. Und als die Tigers in Biel mit 1:4 führten, war ich mit Sicherheit nicht der einzige im Stadion, der mit dem 2:3 eigentlich ganz gut leben konnte. Die Unterhaltung war ja trotz der Niederlage ganz ok und die beiden letzten Spiele wird man als weitere Playoffhauptproben schon noch gewinnen.

Genf wird auch gegen Kloten noch gewinnen, um in den Playoff dann den Qualisieger auszuschalten. Die Mööger aus der grauen Stadt werden Gift und Galle spucken und sich in Verschwörungstheorien gegen die böse Ligamafia verlieren. Und der SCB wird die Qualifikation trotz aller Widrigkeiten noch auf dem 4. abschliessen.

Ich wünsch euch allen einen wunderbaren Wochenstart...