Duc's Blog

Eishockey ist in vielerlei Hinsicht eine attraktive Sportart. Nicht nur das Geschehen auf dem Eis, sondern auch das Umfeld, die Berichterstattung der Medien, die Fans, die Stimmung in den Stadien und die Problematik der Sicherheit rund um die Spiele sorgen für jede Menge Gesprächsstoff.

Ich schreibe in meinem Blog vorwiegend über den Schlittschuh Club Bern.

Daneben greife ich gerne auch Themen wie Verbandspolitik und das Schiedsrichter- und Verbandsgerichtswesen auf. Ebenfalls am Herzen liegen mir gesellschaftspolitische Aspekte, welche sich bei der Sicherheitsproblematik in und um die Stadien in zuweilen wenig erfreulicher Art und Weise manifestieren.

Montag, 17. Oktober 2016

Der Goldene Pluto


Ich weiss, ich bin etwas im Rückstand mit dem Saisonstart. Währendem früher die neue Saison für mich mit dem ersten Eistraining begann, geht es heute für mich erst Mitte Oktober so richtig los.

Nicht dass ich bis jetzt noch nichts gesehen hätte von unserem Götterclub. Aber die Verlängerung des Sommers, respektive das Ausnutzen der klaren Herbstluft in den Bergen für Adventureurlaub zwecks Erholung der durch den notwendigen Broterwerb strapazierten Seele und andere persönliche Begehrlichkeiten lassen das Eishockey in der Frühphase etwas in den Hintergrund rücken.

Aber jetzt, wo das Laub gelb ist an den Bäumen, pünktlich zum gewöhnlich beginnenden grossen Theater rund um das Eishockey, bin ich wieder hier und werde dann und wann in die Tasten greifen und meine Gefühle und Einschätzungen rund um den SCB kundtun.

Bevor ich auf die Statistik eingehe, ich werde sie erst nach dem ersten Teil meines Blogs konsultieren, schildere ich frei aus dem Bauch heraus meine Beobachtungen, Bemerkungen und Einschätzungen:

Retired Numbers
Marco Bührer stand von 2001 bis 2016 beim SCB unter Vertrag und spielte in dieser Zeit 800 Partien als unumstrittene Nummer 1. In dieser Zeit wurde er mit dem Klub viermal Schweizer Meister und einmal Schweizer Cupsieger. Daneben stellte Marco Bührer am 18. Januar 2013 einen neuen Schweizer Rekord auf. Er blieb über fünf Spiele hinweg exakt 269 Minuten und 9 Sekunden ohne Gegentreffer.

Eine schöne Karriere, würde ich meinen. Deshalb werden jetzt auch Forderungen laut, man müsse beim SCB die Kriterien für die Retired Numbers, welche Bührer aufgrund von zu wenig Länderspieleinsätzen nicht erreicht ändern, damit man ihn, respektive seine Nummer unter das Hallendach hochziehen könnte, was ihn zur Clublegende machen würde.

Marco Bührer eine Clublegende?

Ich will nicht despektierlich sein und die Leistungen verdienstvoller Spieler schmälern. Aber nicht erreichte Kriterien anpassen, um einen zweifellos guten, aber über alles gesehen zu wenig überragenden Torhüter in den Olymp der Clublegenden zu hiessen? Neben Tosio? Reicht das? Ich denke nein.

Mir fehlen die Aura von Roland Dellsperger, die Verdienste von Sven Leuenberger, die erhexten Titel und den Staus einer Identifikationsfigur von Renato Tosio. Ausserdem habe ich schon vor zwei Jahren, sicher etwas provokativ, von «Bührer auf den Pluto» geschrieben. Da wäre heucheln wahrlich fehl am Platz.

Ausserdem ist mir an den Spielen, die ich bis jetzt verfolgt habe aufgefallen, dass der immer noch etwas verschmähte Leonardo Genoni die Pucks nicht nur hält, sondern auch festhält. Früher musste man immer angsten, dass er ne laht la gheie, wenn einer aufzieht.

Und nicht wenige sind der Meinung, dass der SCB momentan nur halb so viele Punkte auf dem Konto hätte, wenn Genoni nicht wäre. Was immer das bedeutet.

Ich verleihe Marco Bührer den Goldenen Pluto.

Eine hohe Auszeichnung für einen über lange Jahre zuverlässigen, stabilen und guten Torhüter. Gut genug, dass eine gute Mannschaft wie der SCB mit ihm Titel gewinnen konnte.

In Anbetracht der vielen Zeilen und da die modernen Menschen im SMS Zeitalter sowieso Mühe bekunden mit langen Texten, schliesse ich für heute und werde ein andermal mit Bauchgefühl und wenn es dann reicht mit Fakten und Statistiken fortfahren.
Eine gute Zeit wünsche ich euch. Und natürlich allzeit hopp SCB und hopp Leonardo Genoni!

Sonntag, 4. September 2016

Saisonprognose Qualifikation 16/17

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Eben sass ich noch an der wunderbaren Donau und blickte unter der Sommersonne auf die wunderbar verrückte letzte Saison und auf die bombastischsten SCB-Playoffs der neueren Geschichte und auf den 14. Meistertitel unseres SCB zurück.

Und jetzt, nur ein Wimpernschlag später merke ich, dass infolge des nahenden Saisonstartes bereits wieder gewaltig unter Schreibzwang stehe. Duc ohne Saisonprognose ist wie der SCB ohne Pluto. Wobei sich der Pluto diese Saison wohl etwas mehr Zuwanderung erhoffen dürfte, als unsere Volkspartei. Ausser Martin Plüss spielt die ominöse Saison zu viel und der Finne zeigt sich ähnlich beratungsresistent, wie jüngst der nordamerikanische Zauberlehrling.

Aber lassen wir das. Ich bin schreibtechnisch in Bezug auf Blogsprache etwas eingerostet. Ich habe zwar in letzter Zeit viel geschrieben, aber eher Sätze wie: «Aus Gründen des Datenschutzes sind die Punkte 6.1.2.3 – 6.1.2.5 strikte einzuhalten.»

Also eher schwerere Kost, weit weg von intuitivem Bauchgefühlgeschreibsel, welches von Leuten, die Mühe mit der Wahrheit haben, auch schon als Gartenhag Gefasel abgetan wurde.

Item, diese Saison dürfte für mich eine schwierige werden. Mir graut vor langweiligen Pflichtsiegen, vor solider Abwehr, starken Goalieparaden, Ausländern, welche die Erwartungen erfüllen, gesicherter Tabellenlage und fehlendem Meisterblues. Schlecht fürs Theater, ganz schlecht!

Macht euch auf die langweiligste SCB-Qualifikation des dritten Jahrtausends gefasst, liebe SCB Fans. Eine Qualifikation, in der man zwischendurch Luft nach oben spürt, aber immer gut genug sein wird, um den Schreiberlingen das grosse Theater zu vermiesen.

Ja, wir sind auf der Goalieposition so gut besetzt wie nie mehr seit Tosios Rücktritt, die Abwehr wird nur noch 120 Tore zulassen, nicht mehr 162 wie in der Vorsaison und bei der Torproduktion wir man die 152 aus der letzten Saison mindestens halten können. Kamerzin wird die Abwehr gut ergänzen und dabei intelligenter agieren als Helbling. Maxim Noreau wird zusammen mit dem noch stärker werdenden Ramon Untersander Eric Blum bei der Orchestrierung unseres Spieles aus der Abwehr unterstützen und die Unberechenbarkeit des SCB erhöhen.

Untersander war übrigens mein SCB Spieler der letzten Saison. Unsäglich der Dilettantismus unserer Nati, auf einen solchen Spieler zu verzichten!

Im Angriff trauere ich etwas Pascal Berger hinterher. Ein ewiger Kämpfer und Wadenbeisser, der sich auf die Playoffs hin immer zu steigern wusste. Vielleicht hat man beim SCB etwas zu viel erwartet von ihm. Ähnlich wie seinerzeit bei Froidevaux würde ich meinen. Gut für jedes Team, einen solchen Spieler in seinen Reihen zu haben!

Aber auch im Angriff haben wir, ähnlich wie Untersander in der Abwehr, einen grossen Aufsteiger. Luca Hischier. Auf ihn freue ich mich ganz besonders. Jung, schnell, physisch stark, ein gutes Auge für das Spiel und gefährlich im Abschluss. Er steht für einen neuen, jungen und spielstarken SCB.

Wir dürfen uns freuen auf ein neues Gesicht unseres SCB unter Kari Jalonen, dessen neue Herausforderung für den SCB es ist, dass es in den letzten 15 Jahren kein Schweizer Team geschafft hat, den Titel zu verteidigen.

Keine einfache Aufgabe, denn die Gegner haben auch nicht geschlafen. Der ZSC und Lugano sind noch einmal stärker geworden. Zug, Genf und Fribourg haben zumindest gehalten. Bei Davos muss man schauen, wie es mit den jungen Goalies laufen wird. Es wird wiederum eng werden. Die Hälfte der Mannschaften sind potentielle Finalteams. Der SCB ist eines von ihnen.

Wie geschrieben, das grosse Theater wird beim SCB diese Saison ausbleiben. Zumindest in der Qualifikation. Wer Theater will, sollte den EHC Biel auf dem Radar haben. Mit Hiller, neuem Stadion und höherem Budget werden die Erwartungen dort noch einmal höher sein und die Ernüchterung dann umso grösser.

Auch in Lausanne sehe ich Potential für Theater. Die Nordamerikanischen Geldgeber wollen Spektakel und Playoffs. Schwierig mit diesem Team.

Aber jetzt zum Würfelspiel. Denn wenn wir ehrlich sind ist eine fundierte Prognose in unserer Liga (zum Glück) nur sehr schwer möglich.

1.         ZSC Lions
2.         HC Lugano
3.         SCB
4.         EV Zug
5.         Genève-Servette HC
6.         HC Davos
7.         HC Fribourg-Gottéron
8.         EHC Kloten
9.         HC Lausanne
10.       EHC Biel
11.       SCL Tigers
12.       HC Ambri-Piotta

Schaun wir mal wie es herauskommt und freuen wir uns auf den Saisonstart gegen die SCL Tigers! J

Viel Spass und bis dann!

Mittwoch, 27. Juli 2016

Eine Saisonanalyse aus der Ferne

Eigentlich unglaublich. Da ordnete ich den SCB vor der Saison einer Gruppe zu, welche vom Mittelfeld bis in die Playoutzone reicht und prognostizierte gar die Playouts. Und was passiert? 
Der SCB wird Meister.
Sollte ich mich jetzt hinterfragen? Kreide fressen bis zum Durchfall und das Bloggen mangels Sachverstand und Gefühl für die Geschehnisse gar aufgeben?
Nein. Denn bis auf die Aussage, dass der SCB in dieser Saison nicht Meister werden würde, war meine Prognose in Bezug auf unsere Mannschaft in vielen Punkten richtig. Ich habe mich letztendlich lediglich um ein Tor verspekuliert. Und in der Trainerfrage lag ich jederzeit richtig. Sowohl bei Saisonstart, wie auch nach dem Trainerwechsel im Spätherbst.
Aber das Thema, so steht es im Titel, lautet eigentlich Saisonanalyse, nicht Erklärungen zur Saisonprognose.
Wer jetzt, nach dem Meistertitel eine Saisonanalyse mit Spielerbenotungen erwartet, wird enttäuscht sein. Oder sollte ich zum Beispiel Bodenmann für die Quali eine 2 und für die Playoffs eine 5 geben? 5+2=7:2 gleich 3.5? Oder dem SCB für die Quali eine 2 und für die Playoffs eine 6? Das gäbe dann eine 4 für das Ressort Sport für die Meistersaison.
Oder sollte ich es mit der Organisation als Ganzes versuchen?
Kommunikation: 3
Unterhaltung und Theater: 5
Personelles: 4
Fans: 4.5
Zuschaueraufmarsch: 5.5
Gastronomie: 4 (liebloser Schnellfood und veraltete Bierbecher)
Sport Qualifikation: 2
Sport Playoff: 6
______________________________________
Total: 4.25
Blödsinn, würde ich sagen. Zumal man noch eine 5.5 für das rührende Theater anlässlich der Chropfleerete vom 20. Januar in der PF Arena verteilen müsste. Als sich der CEO und die Winki Winki Fanfraktion schon fast filmreif eine Stunde lang gegenseitig ins Gilet grännte. Und einmal mehr versprach, am Trainer werde nicht gerüttelt, auch wenn es in die Abstiegsrunde gehe, worauf man Lars in der Natipause dann doch noch plutoisieren wollte.
Zum Glück hatte man, wohl aus Angst, auch den neu eingesetzten GM zum Einstieg in der Trainerfrage gleich einmal vor den Kopf zu stossen, dann doch auf diesen Plan verzichtet. Andernfalls, aber lassen wir das...
Der Titel dieses, zugegebenermassen sehr späten Blogs, könnte eigentlich auch heissen:
"SCB 2016 – Dank Pleiten Pech und Pannen zum 14. Meistertitel der Clubgeschichte."
Tönt gut, nicht wahr? 
Wisst ihr was? Die Saison war grandios! Die Qualifikation spannend bis zur zweitletzten Runde, gespickt mit allem, was den Sport ausmacht. Trotz kolossalen Niederlagen beste Unterhaltung an den Spielen. Zumindest nach dem Trainerwechsel. Theater ohne Ende, Plutoflüge von Trainer und GM, eine Playoffquali, die gefeiert wurde wie der Greenday zu Langnau. Das grosse Drama um Lars und zuletzt Playoffs, die einem wochenlangen Orgasmus gleichkamen. Spannung dass es weh tat.
Oh Hockeyherz, was willst du mehr!
Eine glatte 6 für diese Saison. Für den geilsten Playoff SCB des Jahrtausends.
Ich wünsche euch weiterhin einen wunderbaren Sommer.
Und Grüsse vom Donauufer bei Schlögen.