Duc's Blog

Eishockey ist in vielerlei Hinsicht eine attraktive Sportart. Nicht nur das Geschehen auf dem Eis, sondern auch das Umfeld, die Berichterstattung der Medien, die Fans, die Stimmung in den Stadien und die Problematik der Sicherheit rund um die Spiele sorgen für jede Menge Gesprächsstoff.

Ich schreibe in meinem Blog vorwiegend über den Schlittschuh Club Bern.

Daneben greife ich gerne auch Themen wie Verbandspolitik und das Schiedsrichter- und Verbandsgerichtswesen auf. Ebenfalls am Herzen liegen mir gesellschaftspolitische Aspekte, welche sich bei der Sicherheitsproblematik in und um die Stadien in zuweilen wenig erfreulicher Art und Weise manifestieren.

Montag, 3. Dezember 2012

Vom NHL Stars mit Heimweh, Spielern im Leistungsplateau und Sammelaktionen


Nach zwei Siegen nach guten Leistungen gegen Ambri und Kloten leistete man sich gegen Gottéron wieder einmal Konzentrationsmängel und dumme Strafen zu Unzeiten. Die logische Folge war eine 3:4 Niederlage gegen die starken Fribourger.

Unglaublich, die Queen werde Urgrossmutter und schon sind wieder 3 Spiele gespielt. 6 Punkte aus den Partien gegen Ambri, Kloten und Fribourg habe ich verlangt, 6 Punkte haben wir erhalten. Es wurden 14 Tore, oder 4,66 Tore pro Spiel erzielt und 6 Tore, oder deren 2 pro Spiel hat man erhalten. Das ist soweit ganz in Ordnung.

Es wäre schön, wenn man die Skorerpunkte noch etwas besser auf alle Linien verteilen könnte. Zurzeit lebt der SCB nämlich etwas gar fest von den Punkten der ersten Linie und von Ryan Gardner. Gardner alleine erzielte 5 der genannten 14 Tore.

Soweit so gut. Der Abstand zum Strich konnte auf 8 Punkte vergrössert und der Rückstand zu Spitze auf 8 Punkte verringert werden.

Schön, dass es gelungen ist, das Team wieder zu stabilisieren. Die Balance ist zwar zuweilen noch etwas leichtfüssig, wie die zu zahlreichen Shorthander und Kontertore zeigen, die wir in schöner Regelmässigkeit erhalten. Vielleicht sind diese Unzulänglichkeiten aber auch auf mangelnde Konzentration zurückzuführen. Die Basis scheint aber zu stimmen.

Erfreulich ist die Rückkehr von Travis Roche. Dieser wird ja von vielen wegen seiner angeblichen Verletzungsanfälligkeit in Frage gestellt. Ob Travis unter Knochenschwund leidet und sich deshalb Knochen bricht kann ich nicht sagen. Aber sein Springerknie wurde operiert und die Handverletzung hatte den Vorteil, dass er optimal aufbauen konnte. Travis sei noch nie so fit gewesen wie jetzt, hört man sagen. Und gewissen Anfälligkeiten lassen sich ja heute mit gezieltem Training wirkungsvoll bekämpfen.

Für mich ist die Akte Roche klar. Solange Sven in Kenntnis der medizinischen Details das Gefühl hat, Travis könne dem SCB helfen, solange sollte man ihn halten. Einen solchen Klasseverteidiger kann man einmal in 15 Jahren verpflichten. In diesem Sinn lohnt es sich, ein gewisses Risiko einzugehen.

Etwas enttäuscht bin ich von Daniel Rubin. 8 Assists aus 25 Spielen entsprechen noch nicht dem, was ich von ihm erwartet hätte. Er muss auch Tore schiessen. Auch Pascal Bergers 8 Skorerpunkte und die -4 in der Plus/Minus Statistik sind enttäuschend. Fast bin ich versucht, Pascal als Absteiger der Saison zu bezeichnen. Sein Einfluss aufs Spiel ist gering und von seiner Torgefährlichkeit ist derzeit wenig zu sehen.

Vielleicht tut es der Entwicklung von Pascal Berger ganz gut, dass er sich jetzt durch diese für ihn bestimmt nicht ganz einfache Zeit kämpfen muss. Gut möglich, dass das Resultat der erhoffte Leistungsschub zur Teamstütze sein wird.

Auch der letztjährige Shooting Star Christoph Bertschy rudert im Durchschnittsteich. Ob ihm der NHL Draft schlecht bekommen ist, oder ob er sich lediglich in einem an sich normalen Leistungsplateau befindet, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls ist von der letztjährigen Unbeschwertheit im bisherigen schwierigen Bestätigungsjahr nicht mehr viel zu sehen. Dreck fressen und kämpfen bis zum Umfallen muss für ihn jetzt die Devise sein. Als Vorbild könnte Tristan Scherwey dienen, der sich mittlerweilen zur festen Grösse im Spiel des SCB gemausert hat.

Was haben wir noch? Vielleicht der Transfer von Verteidiger Dan Weisskopf vom EHC Basel? Na ja, mein erster Gedanke ging schon etwas in Richtung Caritas-Fairtrade Shop oder Aldi-Rampenverkauf. Aber wie wir alle wissen, sollte man die Dinge nicht verschreien.

Schauen wir mal, was in Sachen Transfers noch so läuft. Mit Andreas Hänni hat man richtigerweise verlängert. Auch Byron Ritchie wird dem SCB weitere 2 Jahre zur Verfügung stehen. Ausserdem konnte mit Thomas Wellinger ein hoffnungsvoller Verteidiger mit Potential dazu geholt werden. Martin Hoehener, ich spekuliere jetzt einfach mal, dürfte den SCB verlassen und Martin Plüss dürfte in Kloten einen Rentenvertrag erhalten.

Bei Niklas Danielsson ist es so, dass zurzeit nichts für eine Vertragsverlängerung spricht. Aber auch in dieser Sache ist es noch zu früh, jetzt schon etwas zu verschreien.

Hoffentlich wissen wir bald, ob diese NHL Saison ausfällt oder nicht. Man könnte sich dann endlich wieder vertieft mit der Meisterschaft befassen. So wie das jetzt läuft, ist bei mir immer noch das Theater im Vordergrund. Zum Beispiel dass Jared Spurgeon und Tyler Ennis ihre Bobolis zuhause beim Müeti behandeln lassen müssen, oder dass es sie ganz einfach ankackt, sich für die Tigers zu zerreissen. Logan Couture ist es ebenfalls verleidet und Jason Spezza der Ärmste leide unter starkem Heimweh.

Alles in allem etwas schwach, was da geboten wird. Offensichtlich sind es nicht nur die Schweizer, die sich in der Ferne schwertun.

Da haben wir mit Streit, Tavares und Josi geradezu Lottosechser verpflichtet. Die Berner Streit und Josi werden sich keine Blösse geben und Tavares ist gewissermassen unter der Fuchtel seines Captains.

Sogar bezahlen, soll man jetzt die Drei können. Offensichtlich soll die 5‘000 Fr. Aktion soweit erfolgreich gewesen sein, dass einer Verpflichtung bis Saisonende nichts mehr im Weg stehen soll. Es wäre ja ein Armmutszeugnis sondergleichen gewesen, wenn so etwas in Bern nicht möglich gewesen wäre.

Zum Glück hat es Marc Lüthi abgelehnt, sich das Geld für diese Attraktionen von den Fans zusammenbetteln zu lassen. Das wäre fast, wie wenn man im Zirkus Knie vor dem krönenden Finale Sparbüchsen zirkulieren lassen müsste, damit der Starartist bezahlt werden könnte. Das geht ganz einfach nicht.

Auch wenn die Sammelaktion der Fans sympathisch und gut gemeint war, sollen sie besser fürs Choreo Kässeli oder allenfalls für SCB Future sammeln und daneben reichlich Bier und Würste konsumieren. Die Gladiatoren müssen im Eintrittsgeld inbegriffen sein. Schliesslich sind wir der Krösus und schwimmen gemäss allgemeiner Lesensart geradezu im Geld.

Von dem her ist es erstaunlich, dass nicht etwa der SCB, sondern der EHC Biel Interesse an Sidney Crosby haben soll. Nicht dass ich es ihnen nicht gönnen würde. Aber ich bin trotzdem gespannt, ob wir im Frühsommer 13 wieder ein- oder mehrere Sommertheater erleben werden. Schliesslich seien doch alle ach so bettelarm und wie Finanzierung neben dem Budget auch funktionieren kann, haben wir ja bei den Kloten Flyers eindrücklich gesehen.

Eigentlich wäre es jetzt an Philippe Gaydoul, für die Kloten Flyers zu klotzen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Gaydoul bei den Flyers nur aus Nächstenliebe eingestiegen ist. Wer mit Michael Schumacher wirbt, darf sich ganz einfach nicht mit fadem Mittelfeldgepucke zufrieden geben. Bezahlen wird er auch für seichtes Dabeisein reichlich müssen bei den Flyers. Da kommt es doch auf ein paar Fränkli mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Schade, hat man das Spiel in Fribourg veräppelt. Vermutlich ist es gegen Ambri und Kloten so einfach gegangen, dass man das Gefühl hatte, man könne im Schlafwagen nach Fribourg reisen. Eigentlich hätte man wissen sollen, dass einem vom starken Gottéron keine Aufwachphase gewährt wird und dass Konzentrationsmängel und dumme Strafen in der BCF Arena unweigerlich in die Niederlage führen.

Immerhin wurde den Zuschauern ein attraktives Derby geboten und die Niederlage dürfte dem SCB mehr nützen, als wenn man das Spiel doch noch gewonnen hätte.

Hoffentlich hat sich Joel Vermin nicht ernsthaft am Handgelenk verletzt. Die Torproduktion unserer Paradelinie könnte bei einem allfälligen Ausfall leiden und es wäre schade, wenn Vermin seinem Natiaufgebot nicht Folge leisten könnte.

Vor der Natipause stehen noch die Spiele gegen Genf, (a) Ambri (h) und Rappi (a) an. Ich erwarte wiederum mindestens 6 Punkte aus diesen Partien. Das Spiel gegen Genf ist ein idealer Formbarometer, gegen Ambri wartet ein Charaktertest und gegen Harrys Lakers darf man dann meinetwegen verlieren. J

Montag, 26. November 2012

Vom SCB in der Komfortzone und dem EHC Biel


Der SCB durchlebte gegen Biel ein durchzogenes Wochenende. Nach der freitäglichen 2:4 Schlappe, bereits der dritten in dieser Saison, startete man am Samstag zur obligaten Wiedergutmachung und demontierte die Seeländer auswärts gleich mit 2:8 Toren.

Der SCB durchlebte gegen Biel ein durchzogenes Wochenende. Nach der freitäglichen 2:4 Schlappe, bereits der dritten in dieser Saison, startete man am Samstag zur obligaten Widergutmachung und demontierte die Seeländer auswärts gleich mit 2:8 Toren.

Der Durchschnittliche ist in der Lage, mit Willen gut zu werden. Der Gute wird sehr gut und der sehr Gute überragend. Wenn jetzt der überragende Tavares nur gut spielt, ist er ein Schlufi weil zum Beispiel Caryl Neuenschwander am Limit seines Leistungsvermögens spielen muss, um überhaupt in die Aufstellung zu kommen. Die Psychologie ist wichtiger als Technik und Taktik und nur deshalb ist es möglich, dass der SCB gegen Biel immer wieder verliert.

Es geht um Einstellung, um den unbedingten Willen, an die 700 Abpraller heranzukommen, die der SCB gemäss «optischer Überlegenheit» eigentlich haben müsste. Mir ist es klar, dass man sich nicht immer am Optimum bewegen kann. Mir ist auch klar, dass das Glück auch eine Rolle spielt. Glück ist aber auch Lohn für den Tüchtigen. Gegen Biel erwarte ich vom SCB, dass er, gerade aufgrund der traurigen Statistik in den letzten Spielen, für seine Fans Vollgas gibt. Gut ist eben nicht gut genug gegen einen starken und leidenschaftlichen EHC Biel.

Wir haben hohe Ziele. Gerade deshalb werde ich nie aufhören zu Motzen. Erst wenn es darum geht, die Tränen zu trocknen, werde ich mich sanft und genügsam zeigen.

Wie wäre es wohl herausgekommen, wenn Langnaus Pascal Pelletier am vergangenen Dienstag im Derby seine zahlreichen Torchancen besser genutzt hätte und die Minimalisten aus der Hauptstadt mit einer Niederlage nach Hause geschickt worden wären? Überzeugend war der Auftritt des SCB in diesem Spiel ja nicht gewesen.

Wohl so, dass es jetzt eher erlaubt wäre, trotz dem erfreulichen 8:2 Sieg vom Samstag einige kritische Anmerkungen zu machen. So wie sich die Sache jetzt präsentiert, ist das eher ein schwieriges Unterfangen. Immerhin hat der SCB aus den letzten vier Spielen 9 Punkte geholt und das mit einem Gesamtscore von 16:8 Toren.



Trotzdem habe ich den Eindruck, dass wir uns zurzeit in einer Wohlfühlblase bewegen, in der es sich die Mannschaft mit 98% Leistung bequem einrichtet. Wir sind 5 Punkte über dem Strich und 11 Punkte hinter der Spitze. Nicht berauschend, aber auch nicht schlecht. Steigerungspotential ist aber vorhanden und muss eingefordert werden.

Neulich hat mir jemand geschrieben, wenn der SCB nur wolle, sei er dabei. Ich habe erwidert: «Nid we si wei, sondern we si müesse, wüus süsch Stunk git.»

Nur ja nicht die Komfortzone verlassen aber tunlichst besorgt sein, dass im Wohlfühlbecken SCB keine Unruhe aufkommt. Einfach so, «dass man sich keine dummen Kommentare anhören muss», wie es Martin Plüss in einem Onlinevideöli neulich so schön und treffend formuliert hat.

Der SCB brauche sich trotz der bereits dritten Saisonniederlage gegen Biel am Freitag keine Vorwürfe zu machen, konnte man lesen. Man habe doch hervorragend gespielt, habe optisch dominiert und sicher 700-mal auf Reto Berra geschossen, wurde argumentiert.

Schön, nur hätte es mir besser gefallen, wenn man gerade gegen Biel ein aktiveres Forechecking betrieben hätte und wenn man sich bequemt hätte, die Komfortzone zu verlassen um an die Abpraller heranzukommen. Schliesslich hätte man wissen sollen, dass Kevin Schläpfer die Bieler in diesem „Kravattenspiel“ hervorragend einstellt und dass es gerade gegen Reto Berra schwierig sein würde, aus der Komfortzone zum Torerfolg zu kommen.

Dass unser Torhüter in dieser Partie agierte, wie ein altes Löcherbecken und dass man für die Bieler in aller Demut auch noch gleich die Angriffsauslösungen für ihre Tore übernahm, zeigt in etwa, wie es um die Konzentration des SCB bestellt war. In diesem Sinne kann ich mich der Meinung, man brauche sich keine Vorwürfe zu machen, nicht anschliessen.

Gerade gegen Biel hätte ich erwartet, dass sich unsere Mannschaft für seine treuen Fans den Ehrenwertesten etwas mehr aufreisst. Stattdessen liessen sich selbst unsere NHL Buben von Tyler Seguin und Patrick Kane zu Feriengästen degradieren.

Aber man kann ja reagieren, wenn man das Messer am Hals spürt. Nur hasse ich diese ewigen Wiedergutmachungen allmählich. Wie wenn sich vertrödelte Punkte im Nachhinein noch korrigieren liessen.

Thomas Déruns hat mich auch fast zur Weissglut getrieben. Der brachte es am Freitag tatsächlich zustande, einem scheibenführenden Bieler Spieler quer über das ganze Spielfeld hinterher zu spazieren, ohne diesen auch nur ein bisschen gestört zu haben.

Bitte aufhören, die Spieler anhand der Gehaltsliste aufzustellen. Déruns scheint sich schon fast demonstrativ darauf zu beschränken, auf dem Eis die Linien auf Anttis Taktiktafel abzutrödeln. Mehr kommt da nicht, es reicht, dä isch ke Schuss Pulver wärt, warum auch immer. Ein Fall für den Sportpsychologen oder dann halt für die Abschussliste.

Man wird nicht darum herumkommen, sich den Transferflop des bisherigen neuen Jahrtausends einzugestehen und diesem Trauerspiel ein Ende zu setzen. Der ist doch nur noch auf der Aufstellung, weil man verzweifelt versucht, die bezahlte Ablösesumme irgendwie buchhalterisch zu amortisieren.

So gesehen ist es geradezu ein Jammer, dass man für Spieler wie Marc Reichert keinen Platz im Team mehr hatte. Gewiss, Reichert ist beim SCB an seiner defensiven Aufgabe etwas verödet. Er war aber durchaus torgefährlich und hat mit seiner Physis immer wieder Löcher aufgetan.

Nicklas Danielsson soll übrigens des Dopings überführt worden sein. Er wird aber wohl straffrei ausgehen, weil er sich nicht etwa mit Amphetaminen, sondern mit starken Schlaftabletten gedopt habe. Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber Nicklas Danielsson ist für mich die grösste Enttäuschung seit Christian Berglund, von dem ich damals ebenfalls viel erwartet hatte. Da muss mehr kommen, viel mehr. Und das bitte bald.

Das Positive am Freitagsspiel war, dass man die Bieler zumindest müde spielen konnte, so dass sie am gewissermassen nicht mehr wussten, wo ihnen der Kopf steht.

Man kann glaube ich ohne Übertreibung sagen, dass die Bieler seit nunmehr 30 Jahren nie mehr so eine attraktive Mannschaft bestaunen durften, wie sie sich ihnen jetzt präsentiert. Kein Wunder also, dass die Zuschauer in Massen ins Stadion strömen, um Seguin, Kane und Konsorten zuzujubeln. Im Schnitt sollen ganze 20 Zuschauer mehr pro Partie den Weg ins Bieler Eisstadion finden, als noch in der letzten Saison. Eine wahrlich eindrückliche Zahl die sicher dazu führen wird, dass das Projekt «Stades de Bienne» endlich Rückenwind erhält. Spass beiseite, aber ein Zuschauerschnitt von lediglich 4944 Zuschauern bei einer derart attraktiv aufspielenden Mannschaft ist irgendwie schon sehr mager. Offensichtlich schreit man im Seeland, oder man schläft.

Die Schläfer sollten erwachen, denn die Perspektiven in Biel stehen eher auf Sturm. Ob Biels Lebensversicherung Reto Berra gehalten werden kann, darf bezweifelt werden und bislang haben erst lediglich 3 Verteidiger und sechs Stürmer einen Vertag für die nächste Saison.

«Der EHC Biel ist dabei und gehört doch nicht ganz dazu», schrieb der nicht für Polemik bekannte Daniel Germann in seinem Artikel in der NZZ am Sonntag. «Medial steht der EHC Biel im Schatten des SCB, der mit Getöse alles unter sich begräbt, was sich ihm in den Weg stellt. Biel fehlt der Bonus des Anachronistischen, aus dem etwa Ambri-Piotta seine Berechtigung schöpft. Er ist auch nicht ländlich sympathisch wie Langnau. Und ganz sicher verbringt niemand freiwillig die Weihnachtsfeiertage in Biel; wenn, dann fährt man nach Davos zum HCD.»

Trotzdem strebt der EHC Biel mittelfristig einen gesicherten Platz im Mittelfeld an. Noch ist man aber weit von der für dieses Unterfangen notwendigen finanziellen Potenz entfernt. Zurzeit ist es nur dank grosszügigen Zuschüssen von Verwaltungsräten möglich, das Budget ausgeglichen zu halten. Von einem allfälligen Umzug in das neue Stadion erhofft man sich Mehreinnahmen von 1.5 – 2 Millionen Franken. Ein sehr ehrgeiziges Ziel.

Nichtsdestotrotz darf man den Bielern hervorragende Arbeit attestieren. Nicht zuletzt dank Kevin Schläpfer, der das Eishockey lebt und verkörpert wie kaum ein zweiter, reitet man in Biel seit nunmehr 2 Jahren auf einer Erfolgswelle, die man so nicht erwarten durfte.

Trotzdem dürften sich der EHC Biel am derzeitigen Zenit des Möglichen befinden. Die Anhänger haben Lunte gerochen und ähnlich wie in Langnau besteht die Gefahr, dass sich die Ansprüche in Sphären steigern, die jenseits der Realität sind.

Vielleicht wäre es für Kevin Schläpfer daher der richtige Zeitpunkt, bei einer Organisation anzuheuern, in der er sich ausschliesslich um sportliche Belange zu kümmern hätte und wo er höheren sportlichen Ambitionen folgen könnte.

Gleichwertiger Ersatz für die beiden bereits abgesprungenen Verteidiger Thomas Wellinger und Clarence Kparghai dürften für die Bieler kaum zu verpflichten sein. Und ohne überragenden Torhüter dürfte der Krebsgang für nächste Saison vorprogrammiert sein.

Kevin Schläpfer wird aufpassen müssen, dass es ihm nicht ergeht wie John Fust in Langnau. Dieser entwickelt sich nämlich auf dem Forum der Tigers immer mehr zur Zielscheibe für herrliche Realsatire.

«Fust und seine Entourage wollen wohl um jeden Preis mit der Mistgabel aus dem Dorf geprügelt werden», oder; «wie schwer muss dieser Fust noch werden bis er nicht mehr tragbar ist. Glaube dem wächst eher eine Elvis-Locke und darum singen wir wieder munter: Wär nid gumpet isch ke Digger!!!» J

Item, die Geschichte des Samstagsspiels ist schnell erzählt. Wiedergutmachung wurde angestrebt. Der SCB spielte ähnlich wie am Vorabend, vielleicht etwas aggressiver, mit mehr Verkehr vom dem Tor und in der Defensive etwas achtsamer. Die Bieler, ich habe es angetönt, haben am Freitag ihr Pulver verschossen und hatten eigentlich nie eine Chance auf Punkte.

John Tavares ist es offensichtlich gut bekommen, dass er am Freitag von Tyler Seguin in den Schatten gestellt wurde. Eindrücklich, seine 6 Skorerpunkte in diesem Spiel. Durchaus bescheiden reichte er nach dem Spiel das Lob an seine Linienkollegen Byron Ritchie und Joel Vermin weiter.

Vermin sei ein grosser Schweizer Spieler und habe das Talent, um in der NHL zu spielen. Joel Vermin liegt übrigens mit + 14 an der Spitze der +/- Bilanz des SCB und ligaweit auf Position 6. Die Statistik wird angeführt von Raphael Diaz mit + 18.

Mit 5 Punkten aus den beiden Partien gegen die Seeländer wäre ich wohl zufrieden gewesen. 3 Punkte, es tut mir leid, sind gemessen an der momentanen Situation zu wenig.

Die nächsten Gegner heissen Ambri, (h) Kloten (h) und Fribourg. (a) Man wird aus diesen Partien mindestens 6 Punkte holen müssen, um in der Komfortzone zu bleiben.

Mittwoch, 21. November 2012

Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke


Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) kommunizierte gestern in Bern ihre bestimmt gutgemeinten Empfehlungen. Aber der Beschluss der obersten Polizeifunktionäre trifft einmal mehr jene Fans, die in den Stadien der Super League und der National League A friedlich ihrer Leidenschaft frönen und dabei auf jegliche Gewalt verzichten.

Kennt ihr die Geschichte von Ozanien? Dort wird ein System auf eine Ideologie gestützt, die auf der Veränderlichkeit der Vergangenheit beruht. Es gibt dort ein Ministerium für Wahrheit, welches für die Verfälschung der Geschichte nach Parteilinie zuständig ist. Die Leute werden gelenkt und überwacht durch die Gedankenpolizei.

Georges Orwells Roman "1984" über die Zerstörung des Menschen durch eine perfekte Staatsmaschinerie ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden.

Ihr müsst ihn lesen und ihr werdet merken, dass auch wir auf dem Weg sind. Auf dem Weg, alles aufzugeben, wofür unsere Väter einst in blutigen und verlustreichen Schlachten gekämpft haben. Die Freiheit des Individuums.

Auch bei uns leistet sie gute Arbeit, die Gesinnungspolizei. Die Kommentarspalten in den billigen Gratisportalen sind zwar zuweilen grenzwertig stupid, zeigen aber die ungeschminkte Gesinnung des Teils des Mainstreams, welche den Filter der Gesinnungspolizei passiert.

«Einsperren, ausschaffen, therapieren, Nulltoleranz, lebenslänglich.» In den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Land der Freiheit und der Tapferen, fristeten 1980 500 000 Menschen ihr Dasein in einem der zahlreichen Gefangenenlagern. Mittlerweilen, ihr glaubt es kaum, sind es sage und schreibe 2 500 000. Erstmals in der Geschichte der USA befindet sich ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Gefängnis.

Jeder neunte schwarze Amerikaner im Alter zwischen 20 und 34 Jahren sei im Gefängnis, verweist die PEW-Studie auf jüngste Angaben des US-Justizministeriums. Bei weissen US-Bürgern dieser Altersgruppe befinde sich nur einer von 30 in Haft. Derzeit seien 13-mal so viele Männer im Gefängnis wie Frauen. Deren Zahl steige aber stetig.

Die Kosten für die 50 US-Bundesstaaten zum Unterhalt der Haft- und Justizvollzugsanstalten belaufen sich auf 49 Milliarden Dollar jährlich, heisst es in der Studie. Vor 20 Jahren hätten die Kosten nur 11 Milliarden Dollar betragen. Damit seien die Haftkosten sechsmal so stark gestiegen wie die Ausgaben für Bildung.

«Trotz der vielen Gelder für den Strafvollzug gibt es keine überzeugende Ergebnisse für die öffentliche Sicherheit», schreibt der PEW-Direktor Adam Gelb. Deshalb überlegten mehr und mehr Staaten, alternative - und vor allem billigere - Strafmassnahmen gegen Personen zu verhängen, die keine schweren Straftaten verübt haben. Viele Gefängnisinsassen seien heute wegen relativ harmloser Straftaten oder wegen der Verstösse gegen ihre Bewährungsauflagen wieder im Gefängnis.

«Das Ministerium für Wahrheit beherbergte, so erzählte man sich, dreitausend oberirdische Räume und eine entsprechende Anzahl unterirdischer Verästelungen. Über ganz London verstreut gebe es nur noch drei andere Bauwerke von ähnlichem Aussehen und Ausmass. Vor ihnen schrumpfte die Architektur ringsum so zwergenklein, dass man vom Dach der Victory Mietskaserne alle vier auf einmal sehen konnte. Sie bildeten den Sitz der vier Ministerien, unter die der gesamte Regierungsapparat aufgeteilt war: das Ministerium für Wahrheit, das sich mit dem Nachrichten-, Unterhaltungs- und Erziehungswesen sowie den schönen Künsten beschäftigte; das Ministerium für Frieden, das sich mit dem Krieg befasste; das Ministerium für Liebe, das Gesetz und Ordnung aufrechterhielt.»

Wir haben es also bei der Thematik, auf die ich hinauswill, abstrakter weise mit dem Ministerium für Wahrheit und dem Ministerium für Liebe zu tun.

Viele Empfehlungen der Schweizer Justiz- und Polizeidirektoren seien kaum praktikabel, ist von Nationalrat Christian Wasserfallen zu lesen. Ein Kombiticket oder ein Alkoholverbot in den Stadien löse keine Probleme und sei zum Papiertiger erkoren. Hingegen sei die ID-Kontrolle zwecks Abgleich mit der Hooligan-Datenbank „Hoogan“ sinnvoll. Am Eingang könne dies stichprobenartig ausgeführt werden. Erste Tests seien durchaus erfolgreich verlaufen.

Papiertiger nützen wenig gegen Hooligans und verursachen womöglich noch mehr Schwierigkeiten, meint Wasserfallen weiter. Echte Zusammenarbeit und ein konsequentes Handeln seien die beste Medizin gegen dieses unrühmliche Problem. Dazu gehörte auch, dass die Gewalttäter länger festgehalten werden könnten. «Wenn diese am Montag nämlich am Arbeitsplatz fehlen, tut es endlich richtig weh. Das Ziel muss nämlich immer heissen: Hooligans raus!»

Heute müssen Clubs Millionenbeträge aufwenden, um im Stadion für die Sicherheit zu sorgen. In der politischen Diskussion wird das kaum erwähnt. Auch nicht die Fortschritte, die durch diese Massnahmen bereits erzielt worden sind.

Verbietet man Leuten wie mir das wohlverdiente Bierchen beim Besuch eines Anlasses der Unterhaltungsindustrie, wird das dazu führen, dass ich solche Spiele zukünftig Zuhause vor dem TV verfolgen werde. «Hooligans raus?» J

Seit das Schweizer Stimmvolk am 17. Mai 2009 aus Angst vor Aufwänden betreffend ihren billigen Strandferien der Einführung eines Passes mit elektronisch gespeicherten biometrischen Daten zustimmte, scheint der Bann gebrochen. Momou, die Gedankenpolizei hat gut gearbeitet.

Selbst die Redefreiheit wird in unserem einst erzliberalen Staat zusehends eingeschränkt. Dabei sollte man die Leute reden lassen, egal welchen Blödsinn sie erzählen. Man muss sich mit dem Blödsinn befassen können, egal aus welcher Ecke er kommt.

Aber was steht so schön auf den Plakaten der Ozanischen Partei:


KRIEG IST FRIEDEN
FREIHEIT IST SKLAVEREI
UNWISSENHEIT IST STÄRKE