Duc's Blog

Eishockey ist in vielerlei Hinsicht eine attraktive Sportart. Nicht nur das Geschehen auf dem Eis, sondern auch das Umfeld, die Berichterstattung der Medien, die Fans, die Stimmung in den Stadien und die Problematik der Sicherheit rund um die Spiele sorgen für jede Menge Gesprächsstoff.

Ich schreibe in meinem Blog vorwiegend über den Schlittschuh Club Bern.

Daneben greife ich gerne auch Themen wie Verbandspolitik und das Schiedsrichter- und Verbandsgerichtswesen auf. Ebenfalls am Herzen liegen mir gesellschaftspolitische Aspekte, welche sich bei der Sicherheitsproblematik in und um die Stadien in zuweilen wenig erfreulicher Art und Weise manifestieren.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Kampf mit hängenden Köpfen

Das 1:3 gegen das spielerisch überlegene Davos war bereits die siebte Niederlage aus den letzten neun Partien. Die Ratlosigkeit und damit der Druck auf Meistertrainer Antti Törmänen wird dadurch grösser und grösser.

Die Verunsicherung und die Konfusion war gestern bei jeder Aktion des SCB sichtbar. Man kämpfte zwar wacker, aber halt mit hängenden Köpfen. Man bot dem spielerisch überlegenen HCD resultatmässig lange Paroli, verlor aber am Schluss wegen den üblichen individuellen Unzulänglichkeiten in der Defensive aber trotzdem.

Ohne die erneute Niederlage schönreden zu wollen, möchte ich doch sagen, dass sich der SCB nicht in diesem Spiel in die Krise geritten hat. Die Niederlage war unter den gegebenen Umständen absehbar und macht den Braten daher nicht fetter.

Was mir viel mehr zu denken gibt, sind die Floskeln der Ratlosigkeit, welche der SCB von sich gibt. Angesprochen auf die Krise meinte ein zerknirschter Sven Leuenberger nach dem Spiel: «Die Situation ist bestimmt nicht so dass wir zufrieden sind und wir machen uns unsere Gedanken. Es ist noch nichts konkret. Wenn man das Gefühl hat, es sei nötig etwas zu tun, dann tut man etwas. Man kann nicht einfach etwas machen dass man etwas gemacht hat. Das wäre die falsche Lösung.»

Man hat jetzt etwas getan, indem man Andreas Hänni, angeblich definitiv, zu Basel abschob und ihm mitteilte, dass man in Zukunft nicht mehr mit ihm plane und dass er sich einen neuen Club suchen könne. Leider gibt die Mitteilung auf der SCB Homepage in dieser Sache nichts her, also bleibt mir nichts anderes übrig, als Twittermeldungen zu zitieren.

Weiter wurde mir gestern von jemandem, dessen Name mir gerade entfallen ist, erzählt, dass Ralph Krüger durchaus an einem Engagement beim SCB interessiert sei. Auch von einer Sitzung Krügers mit dem kanadischen Verband war die Rede. Ob das Traktandum «Annahme eines Postens als Clubtrainer, trotz Engagement für den kanadischen Verband bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi» auch auf der Traktandenliste stand, weiss ich allerdings nicht.

Daneben ist aus Basel zu vernehmen, dass EHC Basel Trikots mit den Namen Bertschy und Vermin bedruckt worden seien. Dass die Krise aber mit der Verpflichtung eines opponierenden Altstars und mit der Abschiebung von Andreas Hänni und allenfalls schwachen Jungspielern überwunden werden kann, darf zumindest in Frage gestellt werden.

Selbstverständlich ist es aber Sache des Trainers, wenn nötig die richtigen Disziplinarmassnahmen zu verfügen und die Mannschaft so aufzustellen, dass sie ihrem Potential entsprechend spielt. Gerade den Jungen kann, wenn sie nicht wollen, eine Rückversetzung zu den Sharks durchaus gut bekommen.

Mir ist alles Recht, wenn es überzeugt. Allerdings überzeugen mich weder die Krisenkommunikation des SCB, welche der Ratlosigkeit ein Gesicht gibt, noch die bisherigen Massnahmen. Das «Projekt Törmänen» zum Beispiel, scheint so gut wie beerdigt zu sein. Wäre man nämlich von der Sache überzeugt, würde man ähnlich wie letztes Jahr hinstehen und ihn ohne Wenn und Aber stützen. Damals wurde nicht Sven Leuenberger vor die Kamera geschickt, sondern Marc Lüthi, der Herr der Trainerfrage beim SCB.

«Wir sind immer noch überzeugt, dass Antti Törmänen der richtige Trainer ist, um den SCB mittelfristig wieder auf die Erfolgsstrasse zurückzubringen», wäre so ein Sätzlein. «Es liegt jetzt an den Spielern, das Ruder herumzureissen. Nötigenfalls sollen sie halt verlieren, verlieren, verlieren, bis ihnen das Verlieren verleidet.»

Das würde dem jungen Trainer viel Druck von den Schultern und den Medien den Wind aus den Segeln nehmen. Die Mehrheit des Publikums, ich halte mich hier jetzt einfach mal an Pausengespräche, würde ein solches Zeichen durchaus mittragen. Schliesslich geht es um Sport und schwache Phasen gehören nun mal dazu. Man muss auch verlieren können. Es sind nämlich oft die Niederlagen, welche einem stärker machen.

Schön, dass unser Dan Weisskopf, mit +8 der beste +/- Spieler der Lakers, in Zukunft für den SCB auflaufen wird. Herzlich willkommen Dan und lass dich nicht anstecken!

Schauen wir, wie es weitergeht. Gegen Ambri gebe ich uns ehrlich gesagt nicht viel. Am Samstag aber folgt der ultimative Strichknüller gegen den in unserer Reichweite liegenden EHC Biel.


Momou, weit haben wir es gebracht mit unserem Meisterblues.

Kommentare:

  1. Lieber Duc!

    Meinem Empfinden nach ist das vom Club veranstaltete Wirrwarr bloss eine Alibi-Übung. Denn die sieben letzten Niederlagen wurden ganz bestimmt nicht wegen Hänni eingefahren.

    Vielmehr dünkt mich, dass es die hochgelobten und -bezahlten Ausländer-Profis sind, die endlich mal vom Sommer- in den Winterrhythmus switchen müssten.

    Es kann doch nicht sein, dass in den meisten NLA Vereinen die Ausländer reissen wie verrückt und beim SCB sind sie quasi Ergänzungsspieler.

    Es ist aber zugegebenermassen ein Krux:

    Das Team kann man ja schlecht auswechseln. Es gibt ja nur dieses eine. - Und das funzt momentan wirklich wie schlecht geölt.

    So muss halt, wohl oder übel, mal wieder der Trainer dran glauben.

    Und an einen neuen Trainer namens Krüger glaube ich nicht so recht.

    Von mir aus muss ein Team, so's denn eines ist, sich à la Münchhausen selbst aus dem Schlamm ziehen. Am eigenen Schopf.

    Also: GO-4-IT

    AntwortenLöschen
  2. Duc wird alt..... immerhin hast du es heute geschafft, mal nicht über unseren Torhüter "zwättere" und so gesehen kommst du langsam aber sicher auch aus deinem Formtief, so wie der SCB, der die Leistung gegen den HCD durchaus als Start in bessere Zeiten werten darf.
    Das «Projekt Törmänen» aber von dir als praktisch «beerdigt zu bezeichnen» ist töricht, spricht von fachlicher Inkompetenz und passt nahtlos dazu, dass du nun anfängst, abgeleierte und drittklassige Klaus Zaugg Zitate wie «Weiter wurde mir gestern von jemandem, dessen Name mir gerade entfallen ist, erzählt, dass....» zu kopieren. Hat du es nötig, dich von diesem inspirieren zu lassen? Hier bin ich der Meinung, dass die dilettantische «drinfunki u ateigi» Qualität dieses Herren die vernichtende Salzkonzentration des Aralsees erreicht hat und somit fast jedes lebende Wesen respektive informative Wissensweitergabe vernichtet...
    Die Wurzel des Übels liegt meines Erachtens im Spielmodus. Fast alle Eishockeyliebhaber bezeichnen die Playoffs als Festzeit, soweit so gut. Der Formaufbau ist exakt darauf ausgerichtet, alles was bis zur Weihnachtspause passiert ist nur Geplänkel um dem Eishockeyfan etwas Geld aus der Tasche zu ziehen (darum hast du vor nicht allzu langer Zeit den Begriff «Playofftourisums» erfunden). Warum jetzt gut spielen und dann in den Playoffs keine Reserven mehr zu haben ist die Devise!!! So gesehen würde ein Modus Wechsel Sinn machen, aber mich fragt man ja nicht.... Als zweites kann man es auch mit der Kaderzusammensetzung des SCB erklären. Der SCB hat sich mittlerweile eine Geriatrie Abteilung an Spielern zu gelegt, bei denen man meinen könnte, der SCB könne deren Leistungen bei der Krankenkasse geltend machen... immerhin sind diese «Geriatriker» so vorausschauend überlegen und routiniert, dass diese dann in den Playoffs zu grosser Form auflaufen.
    In diesem Sinne wünsche ich dir und dem SCB ansteigende Form und nur, lieber Duc, weil du ein journalistisches Formtief hast, wechsle ich dich auch nicht aus….oder?

    AntwortenLöschen